Honigmassage
Honigmassage - Definition und Einleitung
Als Honigmassage bezeichnet man eine therapieorientierte oder wellnessorientierte Massageform mit Bienenhonig. Für eine reine Massage mit Honig benötigt man keine spezielle Technik. Der Honig entfaltet seine Wirkung alleine durch den Hautkontakt.
Dennoch hat sich eine spezielle Vorgehensweise als sehr wirksam erwiesen. Der Honig fördert zusammen mit einer gezielten Massagetechnik die Entgiftung des Körpers. Diese wirkt sich wiederum positiv auf diverse Beschwerden und Krankheiten aus. Somit kann bei der therapieorientierten Honigmassage von einer Entgiftungsmassage gesprochen werden. Bei uns ist sie bisher kaum verbreitet.
Die hohe Wirksamkeit lässt sich jedoch schnell nachvollziehen. Schließlich ist Honig im Allgemeinen als natürliches Heil- und Hausmittel bekannt. Die Behandlung des Rückens ermöglicht zudem die positiven Effekte einer Reflexzonenbehandlung.
Die Entgiftungsmassage ist mit Wellness zudem nicht optimal betitelt, weil sie recht schmerzhaft werden kann. Der klebrige Honig zieht und zwickt an der Haut. Daher ist eine gute Kommunikation und Beobachtung zwischen Patient und Masseur sehr wichtig.
Entstehung der wohtuenden Honigmassage
Russische Wurzeln
Honig ist in ganz Europa als wirksames Hausmittel bekannt. Er wird bei Husten, Erkältungen, Entzündungen und vielen anderen Problemchen noch heute eingesetzt. In Russland haben jedoch nicht nur Honig, sondern auch alternative Heilmethoden ihre ganz eigene Historie. Die Errungenschaften aus dem hohen Interesse der Russen für natürliche Heilverfahren werden nun langsam auch bei uns bekannt. Dazu gehört nicht nur die Honigmassage, sondern auch das Ölziehen. Die therapeutische Verwendung von Honig ist bereits seit vielen Jahrhunderten auf der ganzen Welt bekannt. Die moderne Honigmassage zur Entgiftung wurde jedoch maßgeblich von Oleg Lohnes (geboren 1970), einem Ingenieur, Psychologen und Erfinder mit ukrainischen Wurzeln, entwickelt. Sie ist somit erst wenige Jahrzehnte jung.
Die junge Massageform ist eine Kombination
Das interessante an der Honigmassage ist die Tatsache, dass sie sich diversen naturheilkundlichen Methoden gleichzeitig bedient. Sie ist keinesfalls eine Innovation, sondern vielmehr eine sehr wirksame Kombination aus drei bewährten Methoden oder Mitteln. Der Honig wirkt als natürliches Naturheilmittel bei diversen Beschwerden rund um Entschlackung und Vitalisierung. Die Entgiftung wird insbesondere durch die Massagegriffe eingeleitet und dient der Reinigung von innen. Die Bearbeitung der Reflexzonen am Rücken aktiviert die Organe und fördert Stoffwechsel sowie Durchblutung. Jedes Heilmittel für sich bietet bereits spürbare Erfolge. In der Kombination wird daraus jedoch eine Massageform, die deutlich über den Wellnessbereich hinaus wirken kann.
Entgiftung mit Hilfe der Headschen Zonen
Man könnte die Honigmassage auch als eine Art Reflexzonenmassage bezeichnen. Sie bearbeitet gezielt den gesamten Rückenbereich und kann somit die eigentliche Wirkung, die Entgiftung, großflächig anregen. Am Rücken liegt nämlich ein Teil der Headschen Zonen, welche auf einzigartige Weise mit bestimmten Organen und Körperstellen verbunden sind. Sie werden auch Reflexzonen genannt und haben für gleichnamige Massage eine große Bedeutung.
Die Honigmassage nimmt über die Zonen Kontakt zu Zwerchfell, Magen und anderen Organen auf. Die Headschen Zonen liegen dabei nicht immer in unmittelbarer Nähe des jeweiligen Organs. Die Verbindung erfolgt eher über Nervenbahnen, welche aus den Wirbelsäulenkanälen nach außen treten und dem Masseur somit einen Zugang ermöglichen. Die Existenz dieser Zonen ist zwar anerkannt, dennoch bleibt die oft erfolgreiche Behandlung ein Rätsel.
Die Entgiftung erfolgt nun über das Bindegewebe und die Organe. Es sollen Schlacken oder Giftstoffe gelöst und abtransportiert werden. Diese haben sich mit den Jahren in Haut und Organen eingelagert. Die Entstehung und Ansammlung kann vielfältiger Natur sein. Der Säure-Basen-Haushalt hat ebenfalls damit zu tun. Übersäuerte Körper lagern aufgenommene Umweltgifte eher im Bindegewebe an, weil der Körper den Abtransport nicht zur Genüge bewerkstelligen kann. Die Honigmassage versucht die Haut und die Organe gleichzeitig von den unerwünschten Ablagerungen zu befreien.
Wirkung der Honigmassage
Die Wirkung der Massage mit Honig hängt von der Intensität und korrekten Ausübung maßgeblich ab. Die klassische Honigmassage nach Lohnes, mit ihren Pumpbewegungen und Knetrollen, dient vor allem der Entgiftung des gesamten Körpers. Die speziellen Griffe und die Kraft des Honig tragen dazu bei. Der Honig alleine wirkt bereits entzündungshemmend, immunstärkend, schlaffördernd und beruhigend. Die Massage wird zudem eingesetzt bei:
- Verdauungsstörungen
- Schmerzzuständen
- Rheumatischen Beschwerden
- chronischer Müdigkeit
- Depressionen
- Regelstörungen der Frau
- Hautproblemen
- Allergien
- und zur Stärkung des Immunsystems. (vgl. 1)
Natürlich darf diese Massage nicht als Allheilmittel verstanden werden. Leichte Beschwerden können bei regelmäßiger Anwendung gelindert werden, bei ernsten Erkrankungen dient sie allenfalls als therapiebegleitende Maßnahme. Der Masseur sollte vor einer Behandlung über aktuelle Beschwerden informiert werden. Im Zweifelsfalls holt man sich den Rat des behandelnden Arztes.
Vorbereitung der Honigmassage
Reinigung ist wichtig
Honig hat zwar eine entgiftende und antibakterielle Wirkung, diese sollte jedoch nicht auf unsauberer Haut „verschwendet“ werden. Eine vorherige Reinigung ist aus mehreren Gründen sinnvoll und wichtig. Auf der einen Seite kann die saubere Haut den Honig und dessen Inhaltsstoffe viel besser aufnehmen, auf der anderen Seite lässt sich so auch wirkungsvoller und leichter massieren. Bei der Honigmassage wird die Haut intensiv durchblutet und durch erweiterte Poren dem Honig zugänglicher gemacht. Schweiß und Schmutz würden dadurch natürlich auch eindringen, was verhindert werden soll. Die entsprechende Rückenstelle sollte demnach mindestens mit einem feuchten und warmen Waschlappen gesäubert werden. Ein leichtes Salzpeeling ist noch besser.
Die Wahl des Honigs
Je reiner und natürlicher der Honig ist, desto besser. Qualität ist wichtig, um möglichst viele Inhaltsstoffe zur Verfügung zu haben. Doch nicht nur die positive, sondern auch die mögliche negative Zusammensetzung ist zu beachten. So können in billigen Produkten, ohne Qualitätsnachweise oder -siegel, Reste von Umweltgiften, Düngern, künstlichen Wachsen und dergleichen vorhanden sein. Ein weiteres Kriterium ist die Weiterverarbeitung. Kaltgeschleuderter Honig enthält die meisten Inhaltsstoffe und sollte stets bevorzugt werden. Dies ist bei den meisten Honigsorten auch der Fall, allerdings kann der Honig im Nachhinein zur Umfüllung erwärmt werden, was dem Nährstoffgehalt schaden würde. Daher ist deutscher Bio-Wabenhonig die sicherste Wahl.
Honigmassage lernen
Der ideale Massageverlauf
Die folgenden Empfehlungen gelten für die entgiftende Honigmassage. Wer den Honig zu Entspannungszwecken nutzen möchte, sollte ihn mit etwas Wasser verdünnen. Dazu gibt man einfach einen Esslöffel Honig auf die feuchte Haut. Der Patient sollte für beide Formen idealerweise oben frei sein und bequem auf dem Bauch liegen.
Die Entgiftungsmassage wird in drei sich wiederholenden Schritten durchgeführt. Dabei wird dreimal je ein Esslöffel Honig aufgetragen, eingearbeitet und wieder abgewaschen. Nach der dritten Behandlung lässt man den Honig jedoch eine Weile auf der Haut ruhen und den Patienten gleichzeitig entspannen. Jede der drei Massage-Runden dauert etwa 20 Minuten. Es wird so lange massiert bis der Honig klebrig und zäh wird. Dies dauert je nach Haut- und Gesundheitszustand unterschiedlich lange. Nach der abschließenden Ruhephase wird die Haut ein letztes mal abgewaschen und getrocknet. Eventuell sollte der Kreislauf nun mit etwas Wasser und ruhigen Bewegungen normalisiert werden. Der Patient sollte an den behandelten Hautflächen in den nächsten zwei Tagen keine Seife, Creme oder Kosmetika verwenden.
Massagegriffe und -techniken
Da mit Honig gearbeitet wird, kann die Haut nicht in gleitenden und streichenden Bewegungen massiert werden, wie man es von anderen Massagen kennt. Die Pumptechnik und das Kneten sind hingegen ideal für die gewünschten Ziele. Zu Beginn wird der Honig behutsam verteilt, doch schon bald wird der Widerstand größer. Dieser ist wiederum sehr dienlich. Denn so kann die Haut mit den Fingern angehoben und gewalkt werden. Diese Knetungen können Giftstoffe aus der Haut und dem Bindegewebe lösen, welche durch die anschließende Pumptechnik vermehrt abtransportiert werden. Zudem wird die Durchblutung stark angeregt, was zu roten Hautstellen führt. Erst wenn der Honig richtig klebt kann die nächste Technik folgen. Beim „Pumpen“ drückt man den Ballen der einen Hand hoch, während die andere Hand sich mit Druck und rollender Bewegung auf die Haut senkt. Diese Bewegung erfolgt immer parallel und abwechselnd. Wenn das Ziehen für den Patienten unangenehm oder schmerzhaft wird, sollte man aufhören und die nächste Runde vorbereiten.
Sichtbare Entgiftung
Die Entgiftungsmassage mit Honig beschränkt sich nicht nur auf die inneren Abläufe. Während der Massage kann man auf der Haut tatsächlich sehen was alles herausgelöst wird. Gegen Ende der dritten Runde wird nämlich ein weißlicher und zäher Belag sichtbar. Die Entschlackung erfolgt also einmal nach außen über die Haut und einmal nach innen über die Lymphe und den Blutweg. Diese klumpigen „Schlacken“ können bei jedem Patienten unterschiedlich in Menge, Form und Farbe sein. In der Regel löst sich davon viel heraus, wenn der Körper stark belastet oder verunreinigt ist.
Kontraindikationen
Die Honigmassage gehört zu den sanften Naturverfahren, auch wenn die Anwendungen nicht immer sanft erscheinen. Prinzipiell sollten sich nur gesunde Menschen massieren lassen. Ausgenommen sind natürlich Beschwerden wogegen die Massage hilft. Schwangere und Stillende sollten grundsätzlich vorsichtig sein oder lieber die wellnessorientierte Massageform nach eigenem Ermessen bevorzugen. Die Honigmassage sollte unterlassen werden bei:
- Honigallergien
- Glaukom
- Fieber
- Infektionskrankheiten
- Hautschäden
- offenen Wunden
- inneren Blutungen
- Thrombosen
- und Tumoren. (vgl. 2)
Quellen
1) Harnisch, Günter (2008): Die Entgiftungsmassage mit Honig, 2. Aufl., Bietigheim-Bissingen, Lorber & Turm, S. 31 ff.
2) Harnisch, Günter (2008): Die Entgiftungsmassage mit Honig, 2. Aufl., Bietigheim-Bissingen, Lorber & Turm, S. 53 ff.

