Ätherische Öle
Definition und Einleitung
Ätherische Öle sind hoch konzentrierte Flüssigkeiten, die in jeder Pflanze in winzigen Mengen vorkommen. Sie werden aus den Blüten, Rinden und Schalen gewonnen. In den der Regel wird das ätherische Öl entweder mithilfe der Wasserdampfdestillation oder (Kalt-) Pressung gewonnen.
Pflanzen haben unterschiedliche Eigenschaften wie z. B. das Aussehen, Duft oder Geschmack. Sie können dem Menschen als natürliche Heilmittel oder Duftspender dienen. Ätherische Öle können als Konzentrat der pflanzlichen Wirkungsstoffe betrachtet werden. Somit hat jedes ätherische Öl einen individuellen Charakter.
Wirkungsweise
Ätherische Öle haben eine sehr feine Molekularstruktur. Dadurch können sie relativ leicht in tiefere Köperregionen eindringen. Die Wirkung der Öle wird sowohl über die Haut als auch durch den Duft entfaltet.
Nach dem Aufbringen eines ätherischen Öls auf die Haut zieht dieses schnell ein und verteilt ich innerhalb des Körpers. Es wird vom Blutkreislauf, von den Lymph- und Zellflüssigkeit, den Nervenbahnen sowie dem Muskel- und Fettgewebe aufgenommen und schließlich über die Lungen und Nieren wieder ausgeschieden.
Nach dem Einatmen kommen die Duftmoleküle der ätherischen Öle mit dem Riechfeld in Kontakt. Dieses befindet sich im oberen Bereich der Nase und weist mehrere Millionen Riechnervenzellen auf. Der Duft des Öls löst elektrochemische Signale aus, die an das Gehirn gesendet werden.
Das limbische System ist der Teil des Gehirns, der direkt mit der Nase verbunden ist. Es bildet die Verbindung zwischen Bewusstseinsabläufen, Emotionen und körperlichen Vorgängen wie z. B. Hormonhaushalt und Immunsystem. Dadurch gelangen Düfte sehr schnell ins Unterbewusstsein und können so die Stimmung und das Wohlbefinden direkt beeinflussen.
Anwender ätherischer Öle sollten auf jeden Fall Kenntnisse in der Aromaheilkunde haben, denn die Wirkungsweisen der Öle auf Haut und Psyche sind sehr unterschiedlich. Nicht alle ätherischen Öle lassen sich frei kombinieren. So wirkt Lavendelöl zusammen mit Bergamotte und Grapefruit anregend, mit Neroli und Rosenholz hingegen eher beruhigend.
Viel hilft nicht viel
Die aufgezeigten Wirkungsweisen zeigen, dass ätherische Öle sehr schnell in den Körper gelangen und dort ihre Wirkung entfalten. Doch Vorsicht, das Motto „viel hilft viel“ gilt hier nicht, denn ätherische Öle können in hoher Konzentration eine toxische Wirkung auf Nieren, Leber und das zentrale Nervensystem haben. Daher muss stets die Packungsbeilage beachtet werden.
Nur hochwertige ätherische Öle verwenden!
Qualitativ hochwertige ätherische Öle sind zwar teurer, aber bewahrt vor noch teureren Fehlkäufen. Es gibt einige Fallen, in die Sie beim Kauf hinein tappen können. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele:
- Die Haltbarkeit liegt deutlich unter 3 Jahren. Gerade Privatanwender benötigen gar nicht so viel ätherisches Öl und so führt eine Haltbarkeit von z. B. nur 6 Monaten dazu, das Restmengen verderben.
- Billiganbieter strecken das ätherische Öl mit anderen Substanzen. Die Konzentration ist entsprechend geringer und damit auch das Preis- / Leistungsverhältnis.
- Ätherische Öle werden aus Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung gewonnen. Günstigere Öle basieren eigentlich immer auf Kosteneinsparungen, die sich eben auch auf die Qualität auswirken. So ist z. B. die Temperatur bei der Kaltpressung höher oder das Öl wurde gar nicht kalt gepresst und dennoch als solches bezeichnet. Oder die Pressen wurden nicht gesäubert, sind nicht auf neuestem Standard etc.
- Ätherische Öle, die nicht ausschließlich für die Raumbeduftung vorgesehen sind, sind Kosmetikprodukte und müssen als solche auch geprüft werden. Prüfungen dieser Art kosten mehr als 2.000 Euro pro Sorte und lohnen sich nur bei entsprechender Professionalität bzw. Absatzmenge. Nicht verwunderlich ist es also, dass auch auf dem deutschen Markt immer noch sehr viele Anbieter agieren, die auf die Prüfungen verzichten und direkt aus dem Ausland importieren. Es fehlt an dermatologischen Tests und so ist nicht für die Sicherheit der verwendenden Person garantiert.
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Diese Beispiele zeigen, dass nur qualitativ hochwertige, 100 % naturreine Öle verwendet werden sollten. Da nur geringe Mengen verwendet werden, relativiert sich dieser Preis schnell.
Empfehlenswerte Hersteller und Händler führen regelmäßig Kontrollen bezüglich der Zusammensetzung der ätherischen Öle durch, denn das Verfälschen, z. B. durch Hinzufügen anderer Öle oder Riechstoffe, kann gerade in höheren Preiskategorien sehr lohnenswert sein.
Beliebte Ätherische Öle
Ylang-Ylang Öl
Ylang-Ylang Öl bedeutet auf Malaysisch "Blume der Blumen". Sie ist ein immergrüner, schnellwachsender Baum, der bis zu 25 Meter hoch wird und ursprünglich von den Philippinen und Indonesien stammt. Ylang-Ylang Öl wird mithilfe der Wasserdampfdestillation aus den Blüten gewonnen. Es wird zur Herstellung von Parfümen (z. B. Channel No. 5), parfümierter Seifen und bei der Aromatherapie eingesetzt.
Ylang-Ylang Öl hat eine hat eine entspannende, ausgleichende, erotisierende und aphrodisierende Wirkung.
Lavendelöl
Lavendelöl kommt ursprünglich aus den Küstenregionen des Mittelmeergebiets. Lavendel kommt häufig an trockenen, warmen Hängen bis Dalmatien und Griechenland sowie in der Toskana in Italien vor. Lavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation der Blüten und Blütenstände gewonnen.
Lavendelöl hat leicht beruhigende, ausgleichende aber auch erfrischende und anregende Eigenschaften, die vor allem in der Aromatherapie genutzt werden.
Eukalyptusöl
Durch Wasserdampfdestillation des Holzes wird zunächst ein Rohöl gewonnen, dass einen Anteil von 60 % 1,8-Cineol und zahlreiche hustenreizende Aldehyden enthält. Mithilfe einer anschließenden Behandlung mit Lauge (Kalk oder Natronlauge) und Rektifikation wird das Eukalyptusöl gewonnen. Dabei werden die hustenreizenden Monoterpene abgetrennt. Die Eukalyptusbäume wachsen nach deren Fällung wieder nach. Reines Eukalyptusöl besteht zu 60 bis 80 % aus Cineol.
Eukalyptusöl hat eine erfrischende und kühlende Wirkung. Es trägt zu einem angenehmen Raumklima bei und wir häufig in der Sauna verwendet.
Orangenöl
Orangenöl ist der Klassiker unter den Duftölen. Das ätherische Öl wird durch Kaltpressen aus den reifen Fruchtschalen der Orangenart Citrus dulcis gewonnen. Orangenöl wird sehr häufig für die Raumbeduftung verwendet. Bei Massageölen verleiht das Öl eine besonders anregende Note.
Orangenöl wirkt erwärmend, aufheiternd und anregend.
Anwendung und Dosierung ätherischer Öle
Verwendung mit Massageöl
Die Intensität der ätherischen Öle ist sehr unterschiedlich und daher auch die zu verwendende Menge. Eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich. Auf 100 ml Basisöl (fettes, kaltgepresstes Öl wie z. B. Mandelöl) werden etwa 5 bis 20 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl gegeben. Der Geruch des ätherischen Öls ist ein sehr guter Indikator für die Kraft / Intensität des ätherischen Öls. Bei stark duftenden Ölen wie Eukalyptus nehmen Sie daher entsprechend weniger Tropfen als Zugabe zum Massageöl.
Vor einer Massage sollten Sie in einem kurzen Gespräch die Gemütsverfassung des Kunden oder Ihres Partner erkunden und die Auswahl des ätherischen Öls darauf abstimmen. Die Eigenschaften der Öle finden Sie auf den jeweiligen Produktbeschreibungen der Öle.
Aromatherapie
In der Aromatherapie wird sehr viel mit ätherischen Ölen gearbeitet. Hier wird vor allem die Wirkung der ätherischen Öle über die Nase genutzt. Die unterschiedlichen Duftrichtungen beeinflussen das Wohlbefinden und können die Stimmung eines Menschen verändern.
Sauna-Aufguss
Für Sauna-Aufgüsse verwenden Sie bitte ca. 3 bis 5 Tropfen naturreines ätherisches Öl pro Aufguss-Kelle. Das Öl wird rückstandslos verdampfen und die Sauna mit intensiven Düften füllen.
Badezusatz
Bei einem Vollbad verwenden Sie bitte ca. 10 bis 20 Tropfen ätherisches Öl. Zu besseren Verbreitung können die Öle vorher in 2 Esslöffel Honig, Sahne oder Molke Pulver gelöst werden.
Eine Variation bietet die Kombination mit Totes Meer Salz. Dabei werden 5 bis 10 Tropfen ätherisches Öl auf 500 Gramm Totes Meer Salz gegeben und im Badewasser verteilt.
Duftsteine
Auf einen Duftstein geben Sie etwa 6 Tropfen ätherisches Öl. Der Stein gibt das Öl dann nach und nach an die Umgebung ab. Duftsteine eignen sich besonders gut für die Verwendung in Büro und in der Praxis – überall dort, wo der Duft spürbar aber nicht zu intensiv sein soll.
Duftlampe
Für die Verwendung in einer Duftlampe verwenden Sie am besten ca. 5 bis 10 Tropfen Ätherisches Öl. Die Wärme des Teelichts lässt das Öl-Wasser-Gemisch verdampfen und so entsteht ein sehr angenehmer, intensiver Raumduft.
Lagerung
Ätherische Öle sollten lichtgeschützt und kühlt aufbewahrt werden. In Braunglas- oder Violettglasflaschen behalten sie mindestens drei Jahre lang eine gleichbleibend hohe Qualität.
Wichtige Hinweise
Lichtempfindlichkeit der Haut
Bergamotteöl, Citronenöl, Mandarinenöl und Orangenöl können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Nach der Verwendung sind direkte Sonnenstrahlen daher bitte zu vermeiden.
Allergietest
Vor der Verwendung ätherischer Öle direkt auf der Haut empfiehlt sich im Zweifelsfall ein einfacher Allergietest. Dazu wird ein mit Basisöl verdünnter Tropfen ätherisches Öl auf den Innenseite des Unterarms gegeben. Wenn die beträufelte Hautstelle sich nicht rötet, juckt oder brennt können Sie das getestete ätherische Öl ohne Bedenken anwenden.
Warnhinweise
Ätherische Öle können beim Verschlucken Lungenschäden verursachen! Eine Verwendung bei Säuglingen und Kleinkindern ist nicht ratsam. Kontakt mit den Augen und den Schleimhäuten sollte vermieden werden. Ätherische Öle sind für Kinder unzugänglich aufzubewahren.

